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Der Gang, erklärt

Der Caballo de Paso und sein Gang: Warum sich dieses Pferd so bewegt, wie es sich bewegt

Linke Hinterhand, linke Vorhand, rechte Hinterhand, rechte Vorhand — die Fußfolge, die den Ritt auf dem Peruvian Paso so berühmt geschmeidig macht, und wie sie sich von einem gewöhnlichen Trab unterscheidet.

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Paso llano vs. Trab

Paso llano (Peruvian Paso)Trab (die meisten Pferde)
TakteVier, gleichmäßig verteiltZwei, paarweise
Reihenfolge der HufschlägeLinke Hinterhand, linke Vorhand, rechte Hinterhand, rechte VorhandDiagonale Paare bewegen sich gemeinsam
SchwebephaseKein Takt – ein Fuß ist immer am BodenEin Moment des Schwebens zwischen den Paaren
Reiten zum FühlenEin sanftes GleitenEin vertikales Federn
UrsprungÜber Jahrhunderte in die Rasse hineingezüchtetDer natürliche Gang der meisten Pferderassen

Vier Takte, nicht zwei

Die meisten Pferde traben: ein Zweitakt-Gang, bei dem diagonale Beinpaare gemeinsam bewegen – rechtes Vorderbein mit linkem Hinterbein, dann linkes Vorderbein mit rechtem Hinterbein – mit einem kurzen Moment des Schwebens zwischen jedem Paar, was das Federn erzeugt, das der Reiter im Leichttraben abfangen muss. Der Peruvian Paso zeigt stattdessen den Paso Llano, einen gleichmäßigen Viertakt-Gang ohne Paarbildung und ohne jegliches Schweben – die eine Tatsache, auf der die gesamte Show aufgebaut ist.

Die genaue Abfolge

Die Fußfolge des Paso Llano ist linkes Hinterbein, linkes Vorderbein, rechtes Hinterbein, rechtes Vorderbein – ein laterales Muster, bei dem Hinter- und Vorderfuß derselben Seite nahe beieinander aufsetzen, bevor das Pferd zur anderen Seite wechselt. Weil die vier Takte gleichmäßig in einem 1-2-3-4-Rhythmus verteilt sind statt in Paaren gruppiert, und weil praktisch immer ein Fuß den Boden berührt, liest sich das Reiten als ein kontinuierliches Gleiten statt als vier einzelne Schritte. Diese Beschreibung wird unabhängig bestätigt durch den Wikipedia-Artikel über die Amblingsgänge und die North American Peruvian Horse Association – zwei Quellen, die in der Abfolge übereinstimmen, ohne sich gegenseitig zu zitieren.

Isochron: Warum die Gleichmäßigkeit zählt

Pferdewissenschaftler beschreiben den Paso Llano als isochron – die vier Schläge fallen in wirklich gleichen Abständen, vergleichbar mit einem 4/4-Metronom, statt lediglich vier separate Hufschläge in schneller Folge zu sein. Diese Gleichmäßigkeit ist es, die der Reiter tatsächlich als Geschmeidigkeit empfindet; ein Gang mit denselben vier Schlägen, aber ungleichmäßigem Timing würde den Reiter immer noch durchrütteln – genau das geschieht bei der schnelleren Variante der Rasse, dem Sobreandando, einem rascheren und leicht ungleichmäßigen Vier-Takt-Gang mit seinem eigenen 1-2-, 3-4-Rhythmus.

Angezüchtet, nicht antrainiert

Der Gang ist ererbt und nicht erlernt: Ein reinrassiges Paso-Fohlen zeigt dasselbe laterale Vier-Takt-Muster innerhalb weniger Tage nach dem Aufstehen, ohne besondere Beschlag- oder Trainingshilfen. Kein noch so großes Training wird diesen Gang bei einem Pferd hervorrufen, das nicht dafür gezüchtet wurde, und umgekehrt kann man ein reinrassiges Paso im Grunde nicht davon abhalten, sich so zu bewegen – weshalb der Rassestandard den Gang als das entscheidende Merkmal betrachtet, noch vor Farbe, Größe oder anderen körperlichen Eigenschaften.

Vier Jahrhunderte Tradition

Züchter führen den Grundbestand auf Pferde zurück, die während der spanischen Eroberung ab 1531 nach Peru gebracht wurden – Jennets, geschätzt für ihre Passgänge, Berber für ihre Robustheit und Andalusier für Stil und Substanz –, die über rund vier Jahrhunderte relativer Isolation zu einer Rasse verfeinert wurden, die gar nicht anders kann, als sich so zu bewegen. Perus schwieriges Gelände und die weiten Entfernungen zwischen den Kolonialsiedlungen belohnten genau dieses Merkmal und begünstigten Pferde, die stundenlang Strecke machen konnten, ohne Pferd oder Reiter zu erschöpfen – ein praktischer Ursprung für das, was heute als elegantes Schauspiel erscheint.

Termino: Das andere Merkmal, das diesem Pferd angezüchtet wurde

Neben dem Gang werden Peruvian Pasos auf Termino gezüchtet – eine bewusste, nach außen rollende Bewegung der Vorderbeine, die von der Schulter ausgeht und oft mit dem Armzug eines Schwimmers verglichen wird. Sie verleiht dem Schritt eine sichtbare Eleganz und ist unter den Gangpferden einzigartig für diese Rasse; achten Sie während der Show besonders auf die Vorderbeine – sie unterscheiden sich vom Vier-Takt-Rhythmus des Gangs selbst, der sich eher darin zeigt, wie gleichmäßig der Körper des Pferdes in der Waagerechten bleibt.

Brio: Temperament als Teil der Rasse

Der Rassestandard nennt außerdem Brio – eine vorwärtsgerichtete, willige Energie und Arbeitsfreude, die sich von einem nervösen oder hitzigen Temperament unterscheidet – als bestimmendes Merkmal neben Gang und Termino. In der Praxis ist das der Grund, warum die Pferde in einer Show wie dieser dicht an einer Menschenmenge arbeiten, einen Anfänger tragen und neben einer Tänzerin den Rhythmus halten können, ohne zu scheuen; ein überaus schreckhaftes Pferd könnte keines der drei leisten.

Warum es für die Show zählt, nicht nur für die Wissenschaft

Die Show gibt es, damit Sie dies aus nächster Nähe erleben können – Chalanes, die Paso-Pferde durch den Gang reiten, manchmal mit einem vollen Glas, um die fehlende Erschütterung zu demonstrieren; eine Vorführung, die erst dann wirklich Sinn ergibt, wenn man weiß, wie sich die Zwei-Takt-Erschütterung eines Trabs im Vergleich tatsächlich anfühlt. Es lohnt sich, während der Show gezielt die Beine der Pferde zu beobachten und nicht nur die Reiter, denn der Gang – nicht das Kostüm oder die Kulisse – ist der eigentliche Kern des Nachmittags.

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